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Steve McManaman: „Gegen Liverpool kann man kaum bestehen“

Wenn Liverpool im Champions-League-Finale auf Real Madrid trifft, kommt es zum Aufeinandertreffen der ehemaligen Teams von Steve McManaman. Mit der DW spricht er über geteilte Sympathien und seine beste Stunde in Paris.

Steve McManaman wird an diesem Samstagabend hin- und hergerissen sein. Liverpool, der Verein seiner Kindheit, für den er 364-mal gespielt hat, trifft auf Real Madrid, den Klub, mit dem er zweimal die Champions League gewinnen konnte. Wen also wünscht sich der 50 Jahre alte frühere englische Nationalspieler als Sieger im Finale der Königsklasse in Paris (Anpfiff um 21.00 Uhr MESZ)?

„Ich kann weder gewinnen noch verlieren“, antwortet McManaman der DW. „Ich habe Freunde in beiden Lagern. Und nach all den Jahren arbeiten bei Real Madrid immer noch derselbe Zeugwart und ein Großteil der Physios. Solche Leute zu sehen, ist eine unglaubliche Sache, und man möchte, dass sie gut abschneiden. Aber ich arbeite immer auch noch in der Liverpooler Akademie. Und ich will, dass Liverpool erfolgreich ist – das versteht sich von selbst.“

Steve McManaman wird an diesem Samstagabend hin- und hergerissen sein. Liverpool, der Verein seiner Kindheit, für den er 364-mal gespielt hat, trifft auf Real Madrid, den Klub, mit dem er zweimal die Champions League gewinnen konnte. Wen also wünscht sich der 50 Jahre alte frühere englische Nationalspieler als Sieger im Finale der Königsklasse in Paris (Anpfiff um 21.00 Uhr MESZ)?

Es ist nicht nur ein Treffen zwischen den beiden Vereinen, bei denen er zusammen 13 seiner 15 Jahre als Spieler verbracht hat, sondern auch eine Rückkehr nach Paris, wo er seine größte Stunde als Fußballer erlebte.

McManamans beste Stunde

McManamans Volleyschuss von der Strafraumgrenze war das vorentscheidende zweite Tor beim 3:0-Sieg von Real Madrid im Champions-League-Finale gegen den FC Valencia im Jahr 2000, einer rein spanischen Angelegenheit im Stade de France – genau in dem Stadion, in dem seine ehemaligen Vereine jetzt antreten werden.

„Es ist surreal“, sagt McManaman, bevor er einen Moment innehält. „Ich war am Dienstag in Madrid bei der Pressekonferenz, und jemand hat mich daran erinnert, dass das Finale 2000 genau 22 Jahre her ist. Meine Kinder sind dieses Wochenende mit mir in Paris, vielleicht werde ich ihnen die Stelle zeigen, von der aus ich den Volleytreffer erzielt habe.“

Das Endspiel 2022 ist eine Neuauflage des Champions-League-Finals von 2018 und des Endspiels um den Europapokal der Landesmeister 1981. Vor vier Jahren gewann Real Madrid gegen den FC Liverpool mit 3:1 – nach einem rüden Foul von Real-Verteidiger Sergio Ramos an Mohamed Salah, nach dem der Liverpool-Star nicht weiterspielen konnte, nach bitteren Patzern von Liverpools Torhüter Loris Karius und einem Traumtor von Madrids Gareth Bale per Fallrückzieher.

„Natürlich haben Liverpool und Real Madrid auch 1981 Geschichte geschrieben, als Alan Kennedy den Siegtreffer erzielt“, erinnert sich McManaman an Liverpools Europapokalsieg 1981 im Prinzenparkstadion, der anderen großen Fußball-Arena in Paris. „Das ist ein Duell mit viel Geschichte.“

Das Finale an diesem Samstag wird Jürgen Klopps viertes Champions-League-Finale sein: sein drittes mit dem FC Liverpool nach dem Endspiel mit Borussia Dortmund gegen den FC Bayern München 2013 in London. Lediglich 2019 (gegen Tottenham Hotspur) kehrte Klopp mit dem Siegerpokal zurück. McManaman schätzt den FC Liverpool derzeit so stark ein wie nie zuvor.

„Liverpool ist eine Mannschaft, gegen die du unmöglich bestehen kannst, wenn deren Spieler gut drauf sind – und das sind sie anscheinend immer“, sagt der Ex-Nationalspieler. „Selbst in den Endspielen, die in die Verlängerung gehen, scheinen sie immer einen Weg zu finden. Und sie hatten es in diesem Champions-League-Jahr nicht leicht, denn sie wurden in eine Gruppe mit dem AC Mailand, Atletico Madrid und Porto gelost. Das haben sie mit Bravour gemeistert, und dann schlugen sie noch Inter Mailand.“

Klopp und auch die anderen Verantwortlichen der „Reds“ machten einen „fantastischen Job“, findet McManaman: „Alles, was sie anfassen, scheint im Moment zu Gold zu werden.“

Doch auch Real Madrid, das in dieser Saison zeitweise schon abgeschrieben wurde, hat das 20. Finale der europäischen Königsklasse des Fußballs erreicht und dabei für einige denkwürdige Momente gesorgt.

Karim Benzemas schneller Hattrick gegen PSG [Paris St. Germain – Anm. d. Red.] war außergewöhnlich, Luka Modrics unglaublicher Assist gegen Chelsea – das waren für mich die entscheidenden Momente des Wettbewerbs in dieser Saison“, sagt McManaman. „Wenn man über Mannschaften sprechen will, die es auf die harte Tour geschafft haben, dann muss man sagen, dass Real Madrid den härtesten Lauf hatte. „Sie haben den italienischen Meister in ihrer Gruppe geschlagen, dann den englischen und den französischen Meister, und auch den Titelverteidiger ausgeschaltet. Sie haben eine unglaubliche Erfolgsserie und [mit Carlo Ancelotti] auch einen unglaublichen Trainer.“

Also Vorteil Real? „Einige Mannschaften haben eine Affinität zu bestimmten Trophäen, und Madrid hat definitiv eine zur Champions League“, schließt McManaman. „Aber das gilt auch für Liverpool.“

Aus dem Englischen adaptiert von Calle Kops

Jürgen Klopp streckt beim Jubeln die Zunge heraus.
Karim Benzema jubelt.

Steve McManaman wird an diesem Samstagabend hin- und hergerissen sein. Liverpool, der Verein seiner Kindheit, für den er 364-mal gespielt hat, trifft auf Real Madrid, den Klub, mit dem er zweimal die Champions League gewinnen konnte. Wen also wünscht sich der 50 Jahre alte frühere englische Nationalspieler als Sieger im Finale der Königsklasse in Paris (Anpfiff um 21.00 Uhr MESZ)?

„Ich kann weder gewinnen noch verlieren“, antwortet McManaman der DW. „Ich habe Freunde in beiden Lagern. Und nach all den Jahren arbeiten bei Real Madrid immer noch derselbe Zeugwart und ein Großteil der Physios. Solche Leute zu sehen, ist eine unglaubliche Sache, und man möchte, dass sie gut abschneiden. Aber ich arbeite immer auch noch in der Liverpooler Akademie. Und ich will, dass Liverpool erfolgreich ist – das versteht sich von selbst.“

McManamans beste Stunde

Es ist nicht nur ein Treffen zwischen den beiden Vereinen, bei denen er zusammen 13 seiner 15 Jahre als Spieler verbracht hat, sondern auch eine Rückkehr nach Paris, wo er seine größte Stunde als Fußballer erlebte.

McManamans Volleyschuss von der Strafraumgrenze war das vorentscheidende zweite Tor beim 3:0-Sieg von Real Madrid im Champions-League-Finale gegen den FC Valencia im Jahr 2000, einer rein spanischen Angelegenheit im Stade de France – genau in dem Stadion, in dem seine ehemaligen Vereine jetzt antreten werden.

„Es ist surreal“, sagt McManaman, bevor er einen Moment innehält. „Ich war am Dienstag in Madrid bei der Pressekonferenz, und jemand hat mich daran erinnert, dass das Finale 2000 genau 22 Jahre her ist. Meine Kinder sind dieses Wochenende mit mir in Paris, vielleicht werde ich ihnen die Stelle zeigen, von der aus ich den Volleytreffer erzielt habe.“

Das Endspiel 2022 ist eine Neuauflage des Champions-League-Finals von 2018 und des Endspiels um den Europapokal der Landesmeister 1981. Vor vier Jahren gewann Real Madrid gegen den FC Liverpool mit 3:1 – nach einem rüden Foul von Real-Verteidiger Sergio Ramos an Mohamed Salah, nach dem der Liverpool-Star nicht weiterspielen konnte, nach bitteren Patzern von Liverpools Torhüter Loris Karius und einem Traumtor von Madrids Gareth Bale per Fallrückzieher.

Klopps viertes Champions-League-Finale

„Natürlich haben Liverpool und Real Madrid auch 1981 Geschichte geschrieben, als Alan Kennedy den Siegtreffer erzielt“, erinnert sich McManaman an Liverpools Europapokalsieg 1981 im Prinzenparkstadion, der anderen großen Fußball-Arena in Paris. „Das ist ein Duell mit viel Geschichte.“

Madrids magische Momente

Das Finale an diesem Samstag wird Jürgen Klopps viertes Champions-League-Finale sein: sein drittes mit dem FC Liverpool nach dem Endspiel mit Borussia Dortmund gegen den FC Bayern München 2013 in London. Lediglich 2019 (gegen Tottenham Hotspur) kehrte Klopp mit dem Siegerpokal zurück. McManaman schätzt den FC Liverpool derzeit so stark ein wie nie zuvor.

„Liverpool ist eine Mannschaft, gegen die du unmöglich bestehen kannst, wenn deren Spieler gut drauf sind – und das sind sie anscheinend immer“, sagt der Ex-Nationalspieler. „Selbst in den Endspielen, die in die Verlängerung gehen, scheinen sie immer einen Weg zu finden. Und sie hatten es in diesem Champions-League-Jahr nicht leicht, denn sie wurden in eine Gruppe mit dem AC Mailand, Atletico Madrid und Porto gelost. Das haben sie mit Bravour gemeistert, und dann schlugen sie noch Inter Mailand.“

Klopp und auch die anderen Verantwortlichen der „Reds“ machten einen „fantastischen Job“, findet McManaman: „Alles, was sie anfassen, scheint im Moment zu Gold zu werden.“

Doch auch Real Madrid, das in dieser Saison zeitweise schon abgeschrieben wurde, hat das 20. Finale der europäischen Königsklasse des Fußballs erreicht und dabei für einige denkwürdige Momente gesorgt.

Karim Benzemas schneller Hattrick gegen PSG [Paris St. Germain – Anm. d. Red.] war außergewöhnlich, Luka Modrics unglaublicher Assist gegen Chelsea – das waren für mich die entscheidenden Momente des Wettbewerbs in dieser Saison“, sagt McManaman. „Wenn man über Mannschaften sprechen will, die es auf die harte Tour geschafft haben, dann muss man sagen, dass Real Madrid den härtesten Lauf hatte. „Sie haben den italienischen Meister in ihrer Gruppe geschlagen, dann den englischen und den französischen Meister, und auch den Titelverteidiger ausgeschaltet. Sie haben eine unglaubliche Erfolgsserie und [mit Carlo Ancelotti] auch einen unglaublichen Trainer.“

Also Vorteil Real? „Einige Mannschaften haben eine Affinität zu bestimmten Trophäen, und Madrid hat definitiv eine zur Champions League“, schließt McManaman. „Aber das gilt auch für Liverpool.“

Aus dem Englischen adaptiert von Calle Kops

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