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Irres Beweisfoto: Die Erde ist (k)eine Scheibe!

Ein angeblich geleaktes Satelliten-Foto soll beweisen, dass die Erde doch eine Scheibe ist. Verschwörungstheoretiker rund um den Globus (!) feiern.

Dass in den Sozialen Medien viel Schwachsinn und Fakes zu finden sind, ist traurige Wahrheit. Aber manche Geschichten sind so irrsinnig, dass es schon wieder lohnt, der Sache nachzugehen: Auf Telegram und anderen Social-Media-Plattformen macht derzeit unter Verschwörungstheoretikern ein Bild die Runde, das beweisen soll, dass die Erde doch eine Scheibe ist. Anhänger der Flat-Earth-Bewegung rund um den Globus (hihi) sind begeistert, endlich den finalen Beweis gefunden zu haben.

Gut, mag man meinen, schön für die paar Spinner. Aber es gibt überraschend viele  Interessengruppen mit großen Fangemeinden, die sich für die Theorie von der Flacherde begeistern. Allein die Flat Earth Society hat rund 250.000 Follower auf Facebook (die allerdings nicht alle an die Theorie glauben).

Dass in den Sozialen Medien viel Schwachsinn und Fakes zu finden sind, ist traurige Wahrheit. Aber manche Geschichten sind so irrsinnig, dass es schon wieder lohnt, der Sache nachzugehen: Auf Telegram und anderen Social-Media-Plattformen macht derzeit unter Verschwörungstheoretikern ein Bild die Runde, das beweisen soll, dass die Erde doch eine Scheibe ist. Anhänger der Flat-Earth-Bewegung rund um den Globus (hihi) sind begeistert, endlich den finalen Beweis gefunden zu haben.

Das jetzt gehypte Bild und zehn weitere sind angeblich geleakte Aufnahmen eines SpaceX-Satelliten des US-Unternehmers Elon Musk. Verbreitet wurde es auch von Verschwörungstheoretikern der rechtsextremen QAnon-Bewegung : „Datenleck bei Elon Musk UND der NASA – dieses Foto und weitere elf Fotos sollen von einem der Space-X-Satelliten von Elon Musk stammen“, schreibt einer von ihnen bei Twitter. „Diese Fotos sind bei der Übertragung nicht verschlüsselt übertragen worden. NASA-Hacker hätten diese abgefangen.“

Geschichte einer wirren Theorie

Und der User ancronat begeistert sich auf Twitter: „Das ist der Hammer (!!!) Begreift Ihr die Tragweite dieses Posts? Das Ende der rotierenden Billiardkugeln im Kreisflug um die Sonne ist eingeläutet…“

Nun, in der mythologischen Vorstellung vieler Frühkulturen war die Erde eine Scheibe. Aber spätestens in der Antike setzte sich die Erkenntnis von der Kugelform unseres Planeten durch. Im 3. Jahrhundert nach Christus konnte Eratosthenes bereits den Erdumfang präzise berechnen.

Selbst im angeblich so finsteren Mittelalter glaubte kaum jemand daran, dass die Erde eine Scheibe sei, auch wenn dieser Mythos bis ins 19. Jahrhundert behauptet wurde.

In jenem 19. Jahrhundert propagierte unter anderem der britische Erfinder und Autor Samuel Rowbotham (1816-1884), dass die Erde flach sei und berief sich dabei auf entsprechende Bibelstellen.

Laut Rowbotham war die Erde eine Scheibe mit dem Nordpol im Zentrum und mit einem unüberwindbaren Eiswall am Rand. Die Sonne sei weniger als 4000 Meilen von London entfernt. Eine Halbkugel mit Sternen stülpe sich über die Erde. Nicht die Erde drehe sich, sondern die Sonne und der Mond flögen in Kreisbahnen über der flachen Erde.

Rowbothams Ideen wurde in den USA von der Christian Catholic Apostolic Church übernommen. Die 1956 gegründete International Flat Earth Society blieb zunächst bedeutungslos, die zahlreichen Fotos von der Erdkugel aus dem Weltall werteten die „Flat Earther“ schlicht als Verschwörung.

Erst zu Beginn des 21. Jahrhundert sorgte ein neuer Präsident der International Flat Earth Society für neues Interesse an der Theorie – und dank der Sozialen Medien erlebt der Glaube an die Flacherde einen neuen Boom.  

Und das Foto? Ist dies nun endlich der finale Beweis? Auf dem Foto sind die Kontinente verzerrt zu sehen. Seitlich sind Sonne und Mond zu erkennen. Rundherum etwas weißes, das an Eis erinnert.

Das erinnert doch an… Da mag sich manch Verschwörungstheoritiker etwas zusammenreimen, aber das Foto ist kein Beweis, sondern ein plumper Fake. Dies zeigt auch ein Faktencheck von Minikama, einer deutschsprachigen „Plattform zur Aufklärung von Internetbetrug und Falschmeldungen“. 

Die Faktenchecker entlarven „offensichtliche Ungereimtheiten“, etwa dass die Starlink-Satelliten von SpaceX gar nicht über Kameras verfügen, die die Erde fotografieren. Das Foto sei „keineswegs ein neues ‚geleaktes‘ Foto“, sondern schwirre bereits seit mehr als drei Jahren als Meme durchs Internet, heißt es bei Minikama.

Laut den Faktencheckern handelt es sich bei dem Foto um eine stereographische Projektion, mit der man etwa in der Geometrie eine Kugel auf eine Ebene projizieren kann. Dieses Video erklärt die Technik: 

Da Kugeln und Ebenen in vielen Bereichen der Mathematik und ihrer Anwendungen vorkommen, wird die stereografische Projektion auch etwa bei komplexen Analysen, in der Kartografie, Geologie und Fotografie genutzt.

Aber wahrscheinlich werden auch diese Fakten die Verschwörungstheoretiker und „Flat Earther“ nicht überzeugen. Die Mehrheit von ihnen wird weiterhin ihren „alternativen Fakten“ glauben.

Holzschnitt: Durchbrechung der Halbkugel über der flachen Erde
Zeichnung der Welt als flache Scheibe

Dass in den Sozialen Medien viel Schwachsinn und Fakes zu finden sind, ist traurige Wahrheit. Aber manche Geschichten sind so irrsinnig, dass es schon wieder lohnt, der Sache nachzugehen: Auf Telegram und anderen Social-Media-Plattformen macht derzeit unter Verschwörungstheoretikern ein Bild die Runde, das beweisen soll, dass die Erde doch eine Scheibe ist. Anhänger der Flat-Earth-Bewegung rund um den Globus (hihi) sind begeistert, endlich den finalen Beweis gefunden zu haben.

Gut, mag man meinen, schön für die paar Spinner. Aber es gibt überraschend viele  Interessengruppen mit großen Fangemeinden, die sich für die Theorie von der Flacherde begeistern. Allein die Flat Earth Society hat rund 250.000 Follower auf Facebook (die allerdings nicht alle an die Theorie glauben).

Geschichte einer wirren Theorie

Das jetzt gehypte Bild und zehn weitere sind angeblich geleakte Aufnahmen eines SpaceX-Satelliten des US-Unternehmers Elon Musk. Verbreitet wurde es auch von Verschwörungstheoretikern der rechtsextremen QAnon-Bewegung : „Datenleck bei Elon Musk UND der NASA – dieses Foto und weitere elf Fotos sollen von einem der Space-X-Satelliten von Elon Musk stammen“, schreibt einer von ihnen bei Twitter. „Diese Fotos sind bei der Übertragung nicht verschlüsselt übertragen worden. NASA-Hacker hätten diese abgefangen.“

Und der User ancronat begeistert sich auf Twitter: „Das ist der Hammer (!!!) Begreift Ihr die Tragweite dieses Posts? Das Ende der rotierenden Billiardkugeln im Kreisflug um die Sonne ist eingeläutet…“

Nun, in der mythologischen Vorstellung vieler Frühkulturen war die Erde eine Scheibe. Aber spätestens in der Antike setzte sich die Erkenntnis von der Kugelform unseres Planeten durch. Im 3. Jahrhundert nach Christus konnte Eratosthenes bereits den Erdumfang präzise berechnen.

Selbst im angeblich so finsteren Mittelalter glaubte kaum jemand daran, dass die Erde eine Scheibe sei, auch wenn dieser Mythos bis ins 19. Jahrhundert behauptet wurde.

Faktencheck zum Beweisfoto

In jenem 19. Jahrhundert propagierte unter anderem der britische Erfinder und Autor Samuel Rowbotham (1816-1884), dass die Erde flach sei und berief sich dabei auf entsprechende Bibelstellen.

Laut Rowbotham war die Erde eine Scheibe mit dem Nordpol im Zentrum und mit einem unüberwindbaren Eiswall am Rand. Die Sonne sei weniger als 4000 Meilen von London entfernt. Eine Halbkugel mit Sternen stülpe sich über die Erde. Nicht die Erde drehe sich, sondern die Sonne und der Mond flögen in Kreisbahnen über der flachen Erde.

Rowbothams Ideen wurde in den USA von der Christian Catholic Apostolic Church übernommen. Die 1956 gegründete International Flat Earth Society blieb zunächst bedeutungslos, die zahlreichen Fotos von der Erdkugel aus dem Weltall werteten die „Flat Earther“ schlicht als Verschwörung.

Erst zu Beginn des 21. Jahrhundert sorgte ein neuer Präsident der International Flat Earth Society für neues Interesse an der Theorie – und dank der Sozialen Medien erlebt der Glaube an die Flacherde einen neuen Boom.  

Und das Foto? Ist dies nun endlich der finale Beweis? Auf dem Foto sind die Kontinente verzerrt zu sehen. Seitlich sind Sonne und Mond zu erkennen. Rundherum etwas weißes, das an Eis erinnert.

Das erinnert doch an… Da mag sich manch Verschwörungstheoritiker etwas zusammenreimen, aber das Foto ist kein Beweis, sondern ein plumper Fake. Dies zeigt auch ein Faktencheck von Minikama, einer deutschsprachigen „Plattform zur Aufklärung von Internetbetrug und Falschmeldungen“. 

Die Faktenchecker entlarven „offensichtliche Ungereimtheiten“, etwa dass die Starlink-Satelliten von SpaceX gar nicht über Kameras verfügen, die die Erde fotografieren. Das Foto sei „keineswegs ein neues ‚geleaktes‘ Foto“, sondern schwirre bereits seit mehr als drei Jahren als Meme durchs Internet, heißt es bei Minikama.

Laut den Faktencheckern handelt es sich bei dem Foto um eine stereographische Projektion, mit der man etwa in der Geometrie eine Kugel auf eine Ebene projizieren kann. Dieses Video erklärt die Technik: 

Da Kugeln und Ebenen in vielen Bereichen der Mathematik und ihrer Anwendungen vorkommen, wird die stereografische Projektion auch etwa bei komplexen Analysen, in der Kartografie, Geologie und Fotografie genutzt.

Aber wahrscheinlich werden auch diese Fakten die Verschwörungstheoretiker und „Flat Earther“ nicht überzeugen. Die Mehrheit von ihnen wird weiterhin ihren „alternativen Fakten“ glauben.

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