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Riesen-Python zeigt Floridas Schlangen-Problem

Eine 5,5 Meter lange Tigerpython, die kürzlich in dem US-Bundesstaat entdeckt wurde, trug 122 Eier in sich. Die eingeschleppte Würgeschlange bedroht das labile Ökosystem im Everglades-Nationalpark.

Florida hat seit Jahren ein großes Schlangenproblem. Aber wie gewaltig groß dieses Problem inzwischen ist, veranschaulichte jüngst eine rekordverdächtige Tigerpython, die Biologen im Everglades-Nationalpark gefangen haben.

Das 5,5 Meter lange Weibchen wog 98 Kilogramm. „Wir haben 122 Eier in dieser Schlange dokumentiert“, sagte Biologe Ian Bartoszek von der Southwest Florida Cooperative Invasive Species Management Area (CISMA). „Ein durchschnittliches Gelege hat 43 Eier. Stellen Sie sich das vor: 122 Eier, die im Innern reifen“, so Bartoszek in einer Pressekonferenz.

Florida hat seit Jahren ein großes Schlangenproblem. Aber wie gewaltig groß dieses Problem inzwischen ist, veranschaulichte jüngst eine rekordverdächtige Tigerpython, die Biologen im Everglades-Nationalpark gefangen haben.

Das sumpfige Marschland der Everglades mit seinem feucht-heißen Klima bietet ideale Lebensbedingungen für die eingeschleppte Schlagenart, die sich in den vergangenen Jahren explosionsartig vermehrt und verbreitet hat, und die dort abgesehen vom Menschen keine natürlichen Feinde hat.

Ideale Lebensbedingungen für ehemaliges Haustier

Ursprünglich gehört diese invasive Schlangenart nicht nach Florida. Beheimatet ist die Dunkle Tigerpython (Python bivittatus) in verschiedenen Ländern in Südostasien, von Nordostindien bis Südchina. Im 20. Jahrhundert wurden die Würgeschlange als „Haustier“ in die USA eingeführt und dort auch gezüchtet. Ab den 1970 Jahren tauchten die ersten Exemplare in den Everglades auf.

Ob die ersten Exemplare aus Zuchtanlagen entkommen waren oder von Besitzern ausgesetzt wurden, als ihnen die Tiere zu groß wurden, ist unklar. Zudem zerstörte Hurrikan Andrew 1992 eine Schlangenfarm, dabei entwichen mehr als 1000 Tiere in die weitläufigen Sumpflandschaften der Everglades. Biologe Bartoszek vermutet, dass die jetzt gefundenen Riesen-Phython aus einer Haustierhaltung stammt und vor Jahrzehnten ausgesetzt wurde.

Seit fast zehn Jahren jagen die CISMA-Naturschützer deshalb von allem weibliche Pythons, um den Brutkreislauf zu unterbrechen. Dabei nutzen die Biologen männliche Schlangen quasi als Lockvögel. Sie sind mit einen Sender ausgestattet und lotsen die Naturschützer durch das dichte Unterholz zu Brutansammlungen mit großen, fortpflanzungsfähigen Weibchen.

Auch die jetzt entdeckte riesige Tigerpython wurde mittels Peilsender gefunden, die das Männchen Dion an sich trug. Anschließend wurde die Riesen-Phython eingeschläfert.

Ein Erfolg für die Naturschützer, bislang konnten die Biologen bereits mehr als 1000 Tiere einfangen, aber angesichts der vielen Eier ist diese Jagd ein äußerst mühsamer Kampf.

Was einst als possierliches Haustier gedacht war, bedroht heute massiv die einheimische Tierwelt im fragilen Ökosystem der Everglades. „Diese Tiere sind Großwildjäger, wie man sich bei der Größe vorstellen kann“, so Bartoszek. „Sie können beachtlich große Beute erlegen.“

Die Würgeschlagen sind bei der Futterwahl nicht sonderlich wählerisch. Durch die Python-Plage sind die Populationen einheimischer Säugetiere wie Kaninchen, Opossums, Waschbären, Beutelratten und Weißwedelhirsche inzwischen nahezu ausgerottet.

Eine im Dezember gefangene Python hatte gerade einen ausgewachsenen Weißwedelhirschen verspeist – im Magen der Schlage fanden die Biologen bei der Obduktion noch die entsprechenden Hirsch-Hufe.

Auch einheimische Raubtiere sind durch die Pythons ernsthaft in ihrem Bestand bedroht. Von Kaninchen, Opossums und Weißwedelhirschen ernährt sich auch der bedrohte einheimische Florida-Panther, für den die Pythons inzwischen eine ernstzunehmende Konkurrenz darstellen.

Naturschützer haben im Wasser eine Tigerpython gefangen
Natürschützer tragen eine riesige Tigerpython

Florida hat seit Jahren ein großes Schlangenproblem. Aber wie gewaltig groß dieses Problem inzwischen ist, veranschaulichte jüngst eine rekordverdächtige Tigerpython, die Biologen im Everglades-Nationalpark gefangen haben.

Das 5,5 Meter lange Weibchen wog 98 Kilogramm. „Wir haben 122 Eier in dieser Schlange dokumentiert“, sagte Biologe Ian Bartoszek von der Southwest Florida Cooperative Invasive Species Management Area (CISMA). „Ein durchschnittliches Gelege hat 43 Eier. Stellen Sie sich das vor: 122 Eier, die im Innern reifen“, so Bartoszek in einer Pressekonferenz.

Ideale Lebensbedingungen für ehemaliges Haustier

Das sumpfige Marschland der Everglades mit seinem feucht-heißen Klima bietet ideale Lebensbedingungen für die eingeschleppte Schlagenart, die sich in den vergangenen Jahren explosionsartig vermehrt und verbreitet hat, und die dort abgesehen vom Menschen keine natürlichen Feinde hat.

Ursprünglich gehört diese invasive Schlangenart nicht nach Florida. Beheimatet ist die Dunkle Tigerpython (Python bivittatus) in verschiedenen Ländern in Südostasien, von Nordostindien bis Südchina. Im 20. Jahrhundert wurden die Würgeschlange als „Haustier“ in die USA eingeführt und dort auch gezüchtet. Ab den 1970 Jahren tauchten die ersten Exemplare in den Everglades auf.

Ob die ersten Exemplare aus Zuchtanlagen entkommen waren oder von Besitzern ausgesetzt wurden, als ihnen die Tiere zu groß wurden, ist unklar. Zudem zerstörte Hurrikan Andrew 1992 eine Schlangenfarm, dabei entwichen mehr als 1000 Tiere in die weitläufigen Sumpflandschaften der Everglades. Biologe Bartoszek vermutet, dass die jetzt gefundenen Riesen-Phython aus einer Haustierhaltung stammt und vor Jahrzehnten ausgesetzt wurde.

Seit fast zehn Jahren jagen die CISMA-Naturschützer deshalb von allem weibliche Pythons, um den Brutkreislauf zu unterbrechen. Dabei nutzen die Biologen männliche Schlangen quasi als Lockvögel. Sie sind mit einen Sender ausgestattet und lotsen die Naturschützer durch das dichte Unterholz zu Brutansammlungen mit großen, fortpflanzungsfähigen Weibchen.

Naturschützer jagen weibliche Pythons

Auch die jetzt entdeckte riesige Tigerpython wurde mittels Peilsender gefunden, die das Männchen Dion an sich trug. Anschließend wurde die Riesen-Phython eingeschläfert.

Ein Erfolg für die Naturschützer, bislang konnten die Biologen bereits mehr als 1000 Tiere einfangen, aber angesichts der vielen Eier ist diese Jagd ein äußerst mühsamer Kampf.

Was einst als possierliches Haustier gedacht war, bedroht heute massiv die einheimische Tierwelt im fragilen Ökosystem der Everglades. „Diese Tiere sind Großwildjäger, wie man sich bei der Größe vorstellen kann“, so Bartoszek. „Sie können beachtlich große Beute erlegen.“

Die Würgeschlagen sind bei der Futterwahl nicht sonderlich wählerisch. Durch die Python-Plage sind die Populationen einheimischer Säugetiere wie Kaninchen, Opossums, Waschbären, Beutelratten und Weißwedelhirsche inzwischen nahezu ausgerottet.

Eine im Dezember gefangene Python hatte gerade einen ausgewachsenen Weißwedelhirschen verspeist – im Magen der Schlage fanden die Biologen bei der Obduktion noch die entsprechenden Hirsch-Hufe.

Auch einheimische Raubtiere sind durch die Pythons ernsthaft in ihrem Bestand bedroht. Von Kaninchen, Opossums und Weißwedelhirschen ernährt sich auch der bedrohte einheimische Florida-Panther, für den die Pythons inzwischen eine ernstzunehmende Konkurrenz darstellen.

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