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Human Rights Watch prangert tödliche Folter in Myanmar an

Fotos, die die Menschenrechtsorganisation auswerten konnte, zeigen furchtbare Spuren. Das Militär geht seit dem Putsch mit größter Härte gegen seine Gegner vor.

Seit dem Militärputsch in Myanmar vor eineinhalb Jahren sind Menschenrechtlern zufolge zahlreiche festgenommene Junta-Gegner in der Haft grausam zu Tode gekommen. Die Organisation Human Rights Watch (HRW) dokumentierte in den vergangenen Monaten sechs Fälle, in denen Aktivisten entweder zu Tode gefoltert wurden oder wegen verweigerter medizinischer Versorgung starben.

Dies sei „nur die Spitze des Eisbergs“, betonte Manny Maung, Myanmar-Expertin der Organisation. Mindestens 73 Menschen hätten in Polizeistationen, Verhörzentren des Militärs und Gefängnissen ihr Leben verloren. Die in Thailand ansässige Gefangenenhilfsorganisation AAPP schätze sogar, dass fast 700 Bürger kurz nach ihrer Festnahme durch Sicherheitskräfte getötet wurden, sagte Maung der Deutschen Presse-Agentur. Viele Zeugen und Familienmitglieder schwiegen aus Angst.

Seit dem Militärputsch in Myanmar vor eineinhalb Jahren sind Menschenrechtlern zufolge zahlreiche festgenommene Junta-Gegner in der Haft grausam zu Tode gekommen. Die Organisation Human Rights Watch (HRW) dokumentierte in den vergangenen Monaten sechs Fälle, in denen Aktivisten entweder zu Tode gefoltert wurden oder wegen verweigerter medizinischer Versorgung starben.

Für die Analyse der untersuchten sechs Fälle sprach HRW mit Angehörigen der Opfer, analysierte 40 Fotos und fünf Videos und befragte unabhängige Ärzte. Fotos von fünf der Männer zeigten Spuren von Gewalt an ihren Körpern oder Köpfen, die auf Folter hindeuteten. Von dem sechsten Opfer, das nach Behördenangaben kurz nach seinem Tod eingeäschert wurde, existieren keine Beweisfotos. Obwohl an vier der sechs Leichen nachweislich Obduktionen durchgeführt wurden, erhielt keine der Familien offizielle ärztliche Atteste über die Todesursache oder einen Autopsiebericht.

Familien im Ungewissen

Das Militär in Myanmar hatte im Februar 2021 gegen die vormalige Regierungschefin Aung San Suu Kyi geputscht, die aus der Wahl im November 2020 mit ihrer Partei Nationale Liga für Demokratie als klare Siegerin hervorgegangen war. Seither versinkt das frühere Birma in Chaos und Gewalt. Mit Hilfe der Justiz stellten die Generäle die einstige Führung kalt. Suu Kyi sitzt in Einzelhaft im Gefängnis. Proteste in dem südostasiatischen Land wurden mit großer Härte niedergeschlagen. Mehrere Oppositionelle wurden hingerichtet.

Der UN-Sonderberichterstatter für Myanmar, Tom Andrews, hatte vor knapp einem Jahr erklärt, es gebe glaubwürdige Berichte über „mehr als 8000 willkürlich Inhaftierte“, von denen viele gefoltert worden seien – oftmals mit Todesfolge. HRW bezeichnete die weit verbreiteten Übergriffe der Junta seit dem Putsch als Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

jj/as (dpa, kna)

Myanmar Protest gegen Hinrichtungen in Yangon

Seit dem Militärputsch in Myanmar vor eineinhalb Jahren sind Menschenrechtlern zufolge zahlreiche festgenommene Junta-Gegner in der Haft grausam zu Tode gekommen. Die Organisation Human Rights Watch (HRW) dokumentierte in den vergangenen Monaten sechs Fälle, in denen Aktivisten entweder zu Tode gefoltert wurden oder wegen verweigerter medizinischer Versorgung starben.

Dies sei „nur die Spitze des Eisbergs“, betonte Manny Maung, Myanmar-Expertin der Organisation. Mindestens 73 Menschen hätten in Polizeistationen, Verhörzentren des Militärs und Gefängnissen ihr Leben verloren. Die in Thailand ansässige Gefangenenhilfsorganisation AAPP schätze sogar, dass fast 700 Bürger kurz nach ihrer Festnahme durch Sicherheitskräfte getötet wurden, sagte Maung der Deutschen Presse-Agentur. Viele Zeugen und Familienmitglieder schwiegen aus Angst.

Familien im Ungewissen

Für die Analyse der untersuchten sechs Fälle sprach HRW mit Angehörigen der Opfer, analysierte 40 Fotos und fünf Videos und befragte unabhängige Ärzte. Fotos von fünf der Männer zeigten Spuren von Gewalt an ihren Körpern oder Köpfen, die auf Folter hindeuteten. Von dem sechsten Opfer, das nach Behördenangaben kurz nach seinem Tod eingeäschert wurde, existieren keine Beweisfotos. Obwohl an vier der sechs Leichen nachweislich Obduktionen durchgeführt wurden, erhielt keine der Familien offizielle ärztliche Atteste über die Todesursache oder einen Autopsiebericht.

Das Militär in Myanmar hatte im Februar 2021 gegen die vormalige Regierungschefin Aung San Suu Kyi geputscht, die aus der Wahl im November 2020 mit ihrer Partei Nationale Liga für Demokratie als klare Siegerin hervorgegangen war. Seither versinkt das frühere Birma in Chaos und Gewalt. Mit Hilfe der Justiz stellten die Generäle die einstige Führung kalt. Suu Kyi sitzt in Einzelhaft im Gefängnis. Proteste in dem südostasiatischen Land wurden mit großer Härte niedergeschlagen. Mehrere Oppositionelle wurden hingerichtet.

Der UN-Sonderberichterstatter für Myanmar, Tom Andrews, hatte vor knapp einem Jahr erklärt, es gebe glaubwürdige Berichte über „mehr als 8000 willkürlich Inhaftierte“, von denen viele gefoltert worden seien – oftmals mit Todesfolge. HRW bezeichnete die weit verbreiteten Übergriffe der Junta seit dem Putsch als Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

jj/as (dpa, kna)

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