Kultur

Die documenta 15 endet, die Antisemitismus-Vorwürfe bleiben

Sie sollte ein Symbol für kreative Vielfalt werden – die alle fünf Jahre stattfindende Kasseler Kunstschau documenta. Doch die Diskussion über Antisemitismus überschattete die Ausstellung.

„Für mich ist Antisemitismus Menschenfeindlichkeit, egal wo“, so Josef Schuster im Interview mit der Deutschen Welle. „Es gibt natürlich Länder, in denen antijüdische, antiisraelische Stereotype leider gang und gäbe sind. In einem Land wie Deutschland, mit seiner Geschichte und seiner Verantwortung, darf das überhaupt nicht sein.“

Mit diesen Worten bringt der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland die Debatte rund um Antisemitismus auf der diesjährigen documenta mit wenigen Worten auf den Punkt: Offenen Antisemitismus nicht zu erkennen und als Kunstfreiheit zu definieren, das ist auf der documenta passiert und hat nicht nur der Kunstschau geschadet. 

„Für mich ist Antisemitismus Menschenfeindlichkeit, egal wo“, so Josef Schuster im Interview mit der Deutschen Welle. „Es gibt natürlich Länder, in denen antijüdische, antiisraelische Stereotype leider gang und gäbe sind. In einem Land wie Deutschland, mit seiner Geschichte und seiner Verantwortung, darf das überhaupt nicht sein.“

Aber erst einmal langsam: Blicken wir zurück in das Jahr 2019, als die documenta-Leitung das indonesische Künstlerkollektiv Ruangrupaals kuratorisches Team für 2022 ernannte. Ruangrupa selbst verstehen und verstanden sich jedoch nicht als klassische Kuratoren, was sich in der Folge auch als problematisch erweisen sollte. 

Wie kam es zu dem Skandal?

Die seit 1955 bestehende Kunstschau sollte also zum ersten Mal von Künstlern aus dem sogenannten Globalen Süden geleitet werden: Wenige bekannte Namen, viele Kollektive aus Ländern, die – wenn überhaupt – keinen finanzstarken Kunstmarkt haben. Die Künstler wollten neue Perspektiven aufzeigen, die die Welt positiv verändern sollten. 

Das Künstlerkollektiv Ruangrupa hatte sich vor über 20 Jahren in Indonesiens Hauptstadt Jakarta gegründet. Das Ende der Suharto-Diktatur war da noch nicht lange beendet, das Land befand sich im Umbruch. Ruangrupas Kunst verstand und versteht sich als politisch und aktivistisch. Sie will Künstlerinnen und Künstler zusammenbringen, die sich gegenseitig unterstützen. So auch bei der documenta 15: Rund 1500 Künstler, Künstlerinnen und Künstlerkollektive – wie viele es genau sind, ist nicht klar, denn die eingeladenen Künstler und Kollektive haben ihrerseits weitere Künstler eingeladen – sind während der Ausstellung nach Kassel gekommen, um in einen interkulturellen Dialog zu treten.

Doch schon vor Ausstellungbeginn gab es die ersten Antisemitismus-Vorwürfe gegen Ruangrupa und das teilnehmende palästinensische Künstlerkollektiv „The Question Of Funding“, veröffentlicht unter anderem auf dem Blog des „Kasseler Bündnisses gegen Antisemitismus“. 

Mitglieder von Ruangrupa stünden der antiisraelischen Boykottkampagne „BDS“ (Boycott, Divestment and Sanctions“) nahe, hieß es da. Ein hochsensibles Thema in Deutschland, denn 2019 hatte der deutsche Bundestag die BDS-Kampagne in einer Resolution als antisemitisch eingestuft. 

In Kassel zerstreute man die Bedenken: „Wir nehmen die deutsche Verantwortung sehr ernst, beschäftigen uns auch damit, auch die Künstlerinnen und Künstler haben sich hier sehr eng damit auseinandergesetzt“, erklärte die damalige Direktorin der Kunstschau, Sabine Schormann. Auch die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien, Claudia Roth, stellte sich damals noch hinter Ruangrupa.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier aber fand in seiner Eröffnungsrede zur documenta am 18. Juni 2022 kritische Worte und mahnte an, dass die documenta „mehr tun“ müsse, um das Thema Antisemitismus anzusprechen und aufzuarbeiten.

Kurz nach der Eröffnung kam es dann zum Eklat: Mitten in der Kasseler Innenstadt hing das neun mal zwölf Meter große Wandbild „People’s Justice“ des indonesischen Künstlerkollektivs Taring Padi auf einem Gerüst. Das Banner zeigte eine Art Weltgericht als Wimmelbild – und antisemitische Stereotype: Unter anderem einen Soldaten mit Schweinsgesicht und Davidstern sowie eine Figur mit Schläfenlocken, Raffzähnen und SS-Runen auf dem Hut. Darstellungen, die in Deutschland nicht nur inakzeptabel sind, sondern sogar strafbar sein können: SS-Runen sowie alle Zeichen, die einen direkten Bezug zur Nazi-Herrschaft herstellen, können mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe geahndet werden. 

Taring Padi startete Erklärungsversuche: Das 2002 in Indonesien entstandene Werk solle an die brutale Militärdiktatur von Präsident Suharto erinnern, erklärten die Künstler, sowie an diejenigen, die den Diktator unterstützt haben sollen, wie etwa der israelische Geheimdienst. 

Die Gegenreaktionen folgten auf dem Fuße: „Wir sind empört über die antisemitischen Elemente, die auf der derzeit in Kassel stattfindenden documenta 15 öffentlich gezeigt werden“, hieß es seitens der israelischen Botschaft in Berlin. Und weiter: Teile davon „erinnern an die Propaganda von Goebbels und seinen Handlangern in dunklen Zeiten der deutschen Geschichte. Alle roten Linien wurden nicht nur überschritten, sie sind zertrümmert worden“.

Trotz der heftigen Reaktionen ließ die damalige documenta-Generaldirektorin Sabine Schormann das Bild nicht entfernen, sondern lediglich verhüllen. Ihre Begründung: Eine Demontage wäre „ein erheblicher Eingriff in die Kunstfreiheit“ gewesen. „Die künstlerische Freiheit hat ihre Grenzen“, sagte daraufhin Kulturstaatsministerin Claudia Roth und forderte, dass Ruangrupa „die notwendigen Konsequenzen“ ziehe.

Zwei Tage später wurde das Werk dann doch abgehängt. Ruangrupa räumte ein, man habe gemeinsam versagt, jene Teile in dem Kunstwerk zu erkennen, die klassische Stereotype von Antisemitismus bedienten. „Wir sehen ein, dass das unser Fehler war.“

Man erkenne an, dass die Abbildungen an die „schrecklichste Episode der deutschen Geschichte erinnern, in der jüdische Menschen in beispiellosem Ausmaß angegriffen und ermordet wurden“. Die verantwortlichen Künstler von Taring Padi pflichteten bei, man habe den besonderen historischen Kontext in Deutschland nicht gekannt. Auch Sabine Schormann zeigte sich schließlich entsetzt: Man entschuldige sich, dass man die antisemitischen Darstellungen nicht vor dem Anbringen des Banners erkannt habe. „Allen Beteiligten, das möchte ich nochmal ausdrücklich betonen, tat und tut es außerordentlich leid, Grenzen überschritten und Gefühle verletzt zu haben“, ließ Schormann in einer Pressemitteilung mitteilen. 

Nach diesem ersten Vorfall sollte Meron Mendel, Leiter der Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt, als Berater helfen, mögliche weitere antisemitische Werke auf der documenta zu identifizieren. Doch daran habe wochenlang niemand von der documenta-Geschäftsleitung ehrliches Interesse gezeigt, so Mendel im Interview mit der DW. Mendel trat schließlich von dieser Funktion zurück, ebenso ließ die deutsche Künstlerin Hito Steyerl ihre Videoinstallation aus der Ausstellung zurückziehen. 

Die Rufe aus Politik und Gesellschaft nach einem Rücktritt von Sabine Schormann wurden immer lauter. Er erfolgte schlussendlich am 16. Juli. Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, bezeichnete den Rücktritt Schormanns als „überfällig“.

Zwei Tage später wurde der deutsche Kulturmanager Alexander Farenholtz – vor über 30 Jahren schon einmal Geschäftsführer in Kassel – als Interimsleiter der documenta 15 bis zu ihrer Schließung am 25. September ernannt. 

Doch auch unter der Leitung von Farenholtz rissen die schlechten Nachrichten nicht ab: Am 28. Juli wurde in der Ausstellung des algerischen Frauenarchivs „Archives des luttes des femmes en Algérie“ eine Broschüre mit weiteren problematischen Motiven entdeckt. Zu sehen sind Zeichnungen, auf denen Roboterfiguren mit gebleckten Zähnen und Armeehelmen mit Davidstern abgebildet sind, die ein Kind bedrohen. Einige der Soldaten ähneln antisemitischen, klischeehaften Darstellungen von Juden – etwa durch ihre übergroß dargestellten Nasen.

Die documenta-Organisatoren ließen die Werke entfernen, nahmen sie aber später wieder in die Ausstellung auf – versehen mit einordnenden Kommentaren. Ruangrupa argumentierte, die Bilder repräsentierten die Propagandakunst der damaligen Zeit und den Standpunkt der Palästinenserinnen und Palästinenser gegenüber der militärischen Besatzung. „Auf keinem der Bilder werden Menschen jüdischen Glaubens abstrakt dargestellt.“ 

Im Vordergrund Menschen mit Waffen, in der Mitte eine Freiheitskämpferin mit einem Palästinensertuch, im Hintergrund brennende Hochhäuser.
Reza Afisina, Indra Ameng, Farid Rakun, Daniella Fitria Praptono, Iswanto Hartono, Ajeng Nurul Aini, Ade Darmawan, Julia Sarisetiati, Mirwan Andan auf einem Foto.

Antisemitismus – Wie es zum größten Skandal der Documenta kam

„Für mich ist Antisemitismus Menschenfeindlichkeit, egal wo“, so Josef Schuster im Interview mit der Deutschen Welle. „Es gibt natürlich Länder, in denen antijüdische, antiisraelische Stereotype leider gang und gäbe sind. In einem Land wie Deutschland, mit seiner Geschichte und seiner Verantwortung, darf das überhaupt nicht sein.“

Mit diesen Worten bringt der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland die Debatte rund um Antisemitismus auf der diesjährigen documenta mit wenigen Worten auf den Punkt: Offenen Antisemitismus nicht zu erkennen und als Kunstfreiheit zu definieren, das ist auf der documenta passiert und hat nicht nur der Kunstschau geschadet. 

Wie kam es zu dem Skandal?

Aber erst einmal langsam: Blicken wir zurück in das Jahr 2019, als die documenta-Leitung das indonesische Künstlerkollektiv Ruangrupaals kuratorisches Team für 2022 ernannte. Ruangrupa selbst verstehen und verstanden sich jedoch nicht als klassische Kuratoren, was sich in der Folge auch als problematisch erweisen sollte. 

Die seit 1955 bestehende Kunstschau sollte also zum ersten Mal von Künstlern aus dem sogenannten Globalen Süden geleitet werden: Wenige bekannte Namen, viele Kollektive aus Ländern, die – wenn überhaupt – keinen finanzstarken Kunstmarkt haben. Die Künstler wollten neue Perspektiven aufzeigen, die die Welt positiv verändern sollten. 

Das Künstlerkollektiv Ruangrupa hatte sich vor über 20 Jahren in Indonesiens Hauptstadt Jakarta gegründet. Das Ende der Suharto-Diktatur war da noch nicht lange beendet, das Land befand sich im Umbruch. Ruangrupas Kunst verstand und versteht sich als politisch und aktivistisch. Sie will Künstlerinnen und Künstler zusammenbringen, die sich gegenseitig unterstützen. So auch bei der documenta 15: Rund 1500 Künstler, Künstlerinnen und Künstlerkollektive – wie viele es genau sind, ist nicht klar, denn die eingeladenen Künstler und Kollektive haben ihrerseits weitere Künstler eingeladen – sind während der Ausstellung nach Kassel gekommen, um in einen interkulturellen Dialog zu treten.

Doch schon vor Ausstellungbeginn gab es die ersten Antisemitismus-Vorwürfe gegen Ruangrupa und das teilnehmende palästinensische Künstlerkollektiv „The Question Of Funding“, veröffentlicht unter anderem auf dem Blog des „Kasseler Bündnisses gegen Antisemitismus“. 

Warum ist das Wandbild „People’s Justice“ in Deutschland so problematisch?

Mitglieder von Ruangrupa stünden der antiisraelischen Boykottkampagne „BDS“ (Boycott, Divestment and Sanctions“) nahe, hieß es da. Ein hochsensibles Thema in Deutschland, denn 2019 hatte der deutsche Bundestag die BDS-Kampagne in einer Resolution als antisemitisch eingestuft. 

Wieso wurde das Werk dann doch abgehängt?

In Kassel zerstreute man die Bedenken: „Wir nehmen die deutsche Verantwortung sehr ernst, beschäftigen uns auch damit, auch die Künstlerinnen und Künstler haben sich hier sehr eng damit auseinandergesetzt“, erklärte die damalige Direktorin der Kunstschau, Sabine Schormann. Auch die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien, Claudia Roth, stellte sich damals noch hinter Ruangrupa.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier aber fand in seiner Eröffnungsrede zur documenta am 18. Juni 2022 kritische Worte und mahnte an, dass die documenta „mehr tun“ müsse, um das Thema Antisemitismus anzusprechen und aufzuarbeiten.

Kurz nach der Eröffnung kam es dann zum Eklat: Mitten in der Kasseler Innenstadt hing das neun mal zwölf Meter große Wandbild „People’s Justice“ des indonesischen Künstlerkollektivs Taring Padi auf einem Gerüst. Das Banner zeigte eine Art Weltgericht als Wimmelbild – und antisemitische Stereotype: Unter anderem einen Soldaten mit Schweinsgesicht und Davidstern sowie eine Figur mit Schläfenlocken, Raffzähnen und SS-Runen auf dem Hut. Darstellungen, die in Deutschland nicht nur inakzeptabel sind, sondern sogar strafbar sein können: SS-Runen sowie alle Zeichen, die einen direkten Bezug zur Nazi-Herrschaft herstellen, können mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe geahndet werden. 

Warum musste die documenta-Chefin dann doch gehen?

Taring Padi startete Erklärungsversuche: Das 2002 in Indonesien entstandene Werk solle an die brutale Militärdiktatur von Präsident Suharto erinnern, erklärten die Künstler, sowie an diejenigen, die den Diktator unterstützt haben sollen, wie etwa der israelische Geheimdienst. 

Die Gegenreaktionen folgten auf dem Fuße: „Wir sind empört über die antisemitischen Elemente, die auf der derzeit in Kassel stattfindenden documenta 15 öffentlich gezeigt werden“, hieß es seitens der israelischen Botschaft in Berlin. Und weiter: Teile davon „erinnern an die Propaganda von Goebbels und seinen Handlangern in dunklen Zeiten der deutschen Geschichte. Alle roten Linien wurden nicht nur überschritten, sie sind zertrümmert worden“.

Welche weiteren antisemitische Motive wurden entdeckt?

Trotz der heftigen Reaktionen ließ die damalige documenta-Generaldirektorin Sabine Schormann das Bild nicht entfernen, sondern lediglich verhüllen. Ihre Begründung: Eine Demontage wäre „ein erheblicher Eingriff in die Kunstfreiheit“ gewesen. „Die künstlerische Freiheit hat ihre Grenzen“, sagte daraufhin Kulturstaatsministerin Claudia Roth und forderte, dass Ruangrupa „die notwendigen Konsequenzen“ ziehe.

Und was nun? 

Zwei Tage später wurde das Werk dann doch abgehängt. Ruangrupa räumte ein, man habe gemeinsam versagt, jene Teile in dem Kunstwerk zu erkennen, die klassische Stereotype von Antisemitismus bedienten. „Wir sehen ein, dass das unser Fehler war.“

Ein Gerüst vor abendlichem Himmel.

Man erkenne an, dass die Abbildungen an die „schrecklichste Episode der deutschen Geschichte erinnern, in der jüdische Menschen in beispiellosem Ausmaß angegriffen und ermordet wurden“. Die verantwortlichen Künstler von Taring Padi pflichteten bei, man habe den besonderen historischen Kontext in Deutschland nicht gekannt. Auch Sabine Schormann zeigte sich schließlich entsetzt: Man entschuldige sich, dass man die antisemitischen Darstellungen nicht vor dem Anbringen des Banners erkannt habe. „Allen Beteiligten, das möchte ich nochmal ausdrücklich betonen, tat und tut es außerordentlich leid, Grenzen überschritten und Gefühle verletzt zu haben“, ließ Schormann in einer Pressemitteilung mitteilen. 

Nach diesem ersten Vorfall sollte Meron Mendel, Leiter der Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt, als Berater helfen, mögliche weitere antisemitische Werke auf der documenta zu identifizieren. Doch daran habe wochenlang niemand von der documenta-Geschäftsleitung ehrliches Interesse gezeigt, so Mendel im Interview mit der DW. Mendel trat schließlich von dieser Funktion zurück, ebenso ließ die deutsche Künstlerin Hito Steyerl ihre Videoinstallation aus der Ausstellung zurückziehen. 

Die Rufe aus Politik und Gesellschaft nach einem Rücktritt von Sabine Schormann wurden immer lauter. Er erfolgte schlussendlich am 16. Juli. Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, bezeichnete den Rücktritt Schormanns als „überfällig“.

Zwei Tage später wurde der deutsche Kulturmanager Alexander Farenholtz – vor über 30 Jahren schon einmal Geschäftsführer in Kassel – als Interimsleiter der documenta 15 bis zu ihrer Schließung am 25. September ernannt. 

Doch auch unter der Leitung von Farenholtz rissen die schlechten Nachrichten nicht ab: Am 28. Juli wurde in der Ausstellung des algerischen Frauenarchivs „Archives des luttes des femmes en Algérie“ eine Broschüre mit weiteren problematischen Motiven entdeckt. Zu sehen sind Zeichnungen, auf denen Roboterfiguren mit gebleckten Zähnen und Armeehelmen mit Davidstern abgebildet sind, die ein Kind bedrohen. Einige der Soldaten ähneln antisemitischen, klischeehaften Darstellungen von Juden – etwa durch ihre übergroß dargestellten Nasen.

Die documenta-Organisatoren ließen die Werke entfernen, nahmen sie aber später wieder in die Ausstellung auf – versehen mit einordnenden Kommentaren. Ruangrupa argumentierte, die Bilder repräsentierten die Propagandakunst der damaligen Zeit und den Standpunkt der Palästinenserinnen und Palästinenser gegenüber der militärischen Besatzung. „Auf keinem der Bilder werden Menschen jüdischen Glaubens abstrakt dargestellt.“ 

Aber auch damit kehrte keine Ruhe ein, im Gegenteil: „Man muss sich fragen, wie weit wir in Deutschland eigentlich gekommen sind, wenn solche Bilder einfach als Israelkritik angesehen werden können“, sagte etwa Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. „Die documenta 15 wird als die antisemitischste Kunstausstellung der Welt in die Geschichte eingehen.“

Kurz darauf kam es erneut zur Kritik: An einem anderen Ausstellungsort zeigte das Künstlerkollektiv „Subversive Film“ Ausschnitte pro-palästinensischer Propagandafilme aus den 1960er bis 1980er Jahren, in denen Israel und seine Streitkräfte ausschließlich als Täter gezeigt werden. Diese waren ohne einordnende Kommentare während der gesamten Ausstellungsdauer zu sehen.

Kurz darauf kam es erneut zur Kritik: An einem anderen Ausstellungsort zeigte das Künstlerkollektiv „Subversive Film“ Ausschnitte pro-palästinensischer Propagandafilme aus den 1960er bis 1980er Jahren, in denen Israel und seine Streitkräfte ausschließlich als Täter gezeigt werden. Diese waren ohne einordnende Kommentare während der gesamten Ausstellungsdauer zu sehen.

Nachrichten

Ähnliche Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Überprüfen Sie auch
Schließen
Schaltfläche "Zurück zum Anfang"