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Faktencheck: Nein, diese Videos zeigen keine Leopard-2-Lieferungen an die Ukraine

Deutschland liefert der Ukraine 14 Leopard-Panzer – und sofort kursieren Videos, die die Lieferung angeblich zeigen. Doch sie zeigen etwas ganz anderes, wie unser Faktencheck zeigt.

Jetzt ist es offiziell: Deutschland liefert. Nach tagelangen Diskussionen und Spekulationen hat die Bundesregierung verkündet, dass Deutschland 14 Kampfpanzer vom Typ Leopard-2A6 an die Ukraine liefern wird und zudem anderen Staaten die Lieferung von Leopard-Panzern genehmigen wird. Noch vor der Bekanntgabe kursieren bereits Videos, die angeblich die Lieferung deutscher Leopard-2-Panzer an die Ukraine zeigen sollen. Die Videos wurden unter anderem auf Telegram, Tiktok, Twitter und VK gepostet und zehntausendfach angesehen. Wurden die Panzer tatsächlich noch vor der Bekanntgabe bereits auf Züge in Richtung Ukraine verladen?

Behauptung: Ein Telegram-Nutzer postete am Morgen des 25. Januar ein Video eines mit Panzern beladenen Zuges und schreibt dazu, dass „in mehreren Regionen Europas aktive Bewegungen von Panzern an die Ostgrenzen der Nato“ gebe und dass auf dem Video „ein Zug mit Leopard-2-Panzern der Bundeswehr auf dem Weg nach Osten“ zu sehen sei. Ein Twitter-Nutzer veröffentlichte ein anderes Video eines Panzer-Zuges und behauptet, dass er in Hosena „bereit für den Abtransport in die Ukraine steht“. Ein weiterer Twitter-Account postete das Video mit dem exakt gleichen Text.

Jetzt ist es offiziell: Deutschland liefert. Nach tagelangen Diskussionen und Spekulationen hat die Bundesregierung verkündet, dass Deutschland 14 Kampfpanzer vom Typ Leopard-2A6 an die Ukraine liefern wird und zudem anderen Staaten die Lieferung von Leopard-Panzern genehmigen wird. Noch vor der Bekanntgabe kursieren bereits Videos, die angeblich die Lieferung deutscher Leopard-2-Panzer an die Ukraine zeigen sollen. Die Videos wurden unter anderem auf Telegram, Tiktok, Twitter und VK gepostet und zehntausendfach angesehen. Wurden die Panzer tatsächlich noch vor der Bekanntgabe bereits auf Züge in Richtung Ukraine verladen?

DW Faktencheck: Falsch.

Die Videos zeigen keine Panzer-Lieferungen an die Ukraine. Im Fall des Telegram-Videos führt eine Bilderrückwärtssuche mit der Suchmaschine Yandex auf deutlich ältere Versionen des Videos, die bereits am 1. Mai 2022 veröffentlicht wurden. Auch damals behaupteten Nutzer unter anderem auf Russisch und Portugiesisch, dass sich deutsche Panzer Richtung Osten bewegen würden. Falsch, sagt der Eichsfelder CDU-Landtagsabgeordnete Thadäus König, der das Video am 27. April 2022 mit einer Klarstellung auf seinem Facebook-Account veröffentlichte. „Es handelt sich hierbei um Kampfpanzer des thüringischen Panzerbataillon 393 aus Bad Frankenhausen. Die Panzer hatten planmäßig an der großen Truppenübung „Wettiner Schwert“ im Gefechtsübungszentrum in der Altmark (Sachsen-Anhalt) teilgenommen und kehren nun in ihre Heimatkaserne zurück“, so König. Darüber berichteten auch Lokalmedien. Ein Sprecher des Territorialen Führungskommandos der Bundeswehr bestätigte der DW: Das Video zeigt Panzer des Panzerbataillons 393 auf dem Rücktransport in ihre Heimatkaserne in Bad Frankenhausen. Wir konnten den Ort des Geschehens im Video verifizieren: Der Panzer-Zug stand auf Gleis 2 des Bahnhofs Heiligenstadt im Landkreis Eichsfeld und das Video steht in keinem Zusammenhang mit einer Panzerlieferung an die Ukraine. 

Das zweite Video, das einen Panzer-Transport an einem verschneiten Bahnhof zeigt, ist neuer und stammt nach unseren Erkenntnissen wahrscheinlich vom 22. Januar diesen Jahres. Es zeigt offenbar tatsächlich den Bahnhof in Hosena, wie der Vergleich mit Bildern des Bahnhofs zeigt. Ein Sprecher des Territorialen Führungskommandos der Bundeswehr
bestätigte der DW auf Anfrage, dass es sich bei dem gezeigten Panzer-Zug nicht um eine verfrühte Lieferung an die Ukraine handelt, sondern um einen routinemäßigen Austausch von Truppen und Material einer NATO-Mission in Litauen. „Die gesichteten Bahntransporte deutscher Kampfpanzer vom Typ Leopard 2 sind einer Routinerotation deutscher, in Litauen stationierter Kräfte zuzuordnen. Die Kampfpanzer wurden im Rahmen der enhanced Forward Presence Battlegroup in Litauen eingesetzt.“ Es gebe keinen Zusammenhang zu den geplanten Panzer-Lieferungen an die Ukraine. 

Für Roman Osadchuck ist es kein Zufall, dass sich solche Videos rund um die Entscheidung, Deutschlands Panzer an die Ukraine zu liefern, massenhaft verbreiten. Er forscht im Digital Forensic Research Lab des Think Tanks Atlantic Council zu russischen Propaganda-Narrativen und Desinformations-Techniken. „Aus russischer Perspektive kann die Verbreitung solcher Inhalte dem Ziel dienen, dass man damit verdeutlicht, dass Europa sich bereit macht, Russland zu attackieren. Nach dem Motto: Sie machen sich bereit. Deswegen müssen wir noch mehr mobilisieren“, so Osadchuk. Anderen Nutzern könnte es mit der Verbreitung solcher Inhalte auch schlicht um Aufmerksamkeit, also Likes, Shares und ähnliches gehen, glaubt Osadchuk, der dieses Phänomen bereits seit Kriegsbeginn beobachtet. 

Fazit: Beide Videos zeigen keine verfrühte Lieferung von deutschen Leopard-2-Panzern, noch bevor die Entscheidung der Bundesregierung dazu verkündet wurde. In einem Fall handelt es sich um einen Transport von Panzern zu einer Übung in Deutschland, im anderen Fall um einen Transport von Panzern zu einer NATO-Mission in Litauen. Keiner der Waffentransporte steht im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg.

Faktencheck: Screenshots von Videos, die angeblich Waffenlieferungen an die Ukraine zeigen sollen (Twitter/Telegram)

Jetzt ist es offiziell: Deutschland liefert. Nach tagelangen Diskussionen und Spekulationen hat die Bundesregierung verkündet, dass Deutschland 14 Kampfpanzer vom Typ Leopard-2A6 an die Ukraine liefern wird und zudem anderen Staaten die Lieferung von Leopard-Panzern genehmigen wird. Noch vor der Bekanntgabe kursieren bereits Videos, die angeblich die Lieferung deutscher Leopard-2-Panzer an die Ukraine zeigen sollen. Die Videos wurden unter anderem auf Telegram, Tiktok, Twitter und VK gepostet und zehntausendfach angesehen. Wurden die Panzer tatsächlich noch vor der Bekanntgabe bereits auf Züge in Richtung Ukraine verladen?

Behauptung: Ein Telegram-Nutzer postete am Morgen des 25. Januar ein Video eines mit Panzern beladenen Zuges und schreibt dazu, dass „in mehreren Regionen Europas aktive Bewegungen von Panzern an die Ostgrenzen der Nato“ gebe und dass auf dem Video „ein Zug mit Leopard-2-Panzern der Bundeswehr auf dem Weg nach Osten“ zu sehen sei. Ein Twitter-Nutzer veröffentlichte ein anderes Video eines Panzer-Zuges und behauptet, dass er in Hosena „bereit für den Abtransport in die Ukraine steht“. Ein weiterer Twitter-Account postete das Video mit dem exakt gleichen Text.

DW Faktencheck: Falsch.

Die Videos zeigen keine Panzer-Lieferungen an die Ukraine. Im Fall des Telegram-Videos führt eine Bilderrückwärtssuche mit der Suchmaschine Yandex auf deutlich ältere Versionen des Videos, die bereits am 1. Mai 2022 veröffentlicht wurden. Auch damals behaupteten Nutzer unter anderem auf Russisch und Portugiesisch, dass sich deutsche Panzer Richtung Osten bewegen würden. Falsch, sagt der Eichsfelder CDU-Landtagsabgeordnete Thadäus König, der das Video am 27. April 2022 mit einer Klarstellung auf seinem Facebook-Account veröffentlichte. „Es handelt sich hierbei um Kampfpanzer des thüringischen Panzerbataillon 393 aus Bad Frankenhausen. Die Panzer hatten planmäßig an der großen Truppenübung „Wettiner Schwert“ im Gefechtsübungszentrum in der Altmark (Sachsen-Anhalt) teilgenommen und kehren nun in ihre Heimatkaserne zurück“, so König. Darüber berichteten auch Lokalmedien. Ein Sprecher des Territorialen Führungskommandos der Bundeswehr bestätigte der DW: Das Video zeigt Panzer des Panzerbataillons 393 auf dem Rücktransport in ihre Heimatkaserne in Bad Frankenhausen. Wir konnten den Ort des Geschehens im Video verifizieren: Der Panzer-Zug stand auf Gleis 2 des Bahnhofs Heiligenstadt im Landkreis Eichsfeld und das Video steht in keinem Zusammenhang mit einer Panzerlieferung an die Ukraine. 

Das zweite Video, das einen Panzer-Transport an einem verschneiten Bahnhof zeigt, ist neuer und stammt nach unseren Erkenntnissen wahrscheinlich vom 22. Januar diesen Jahres. Es zeigt offenbar tatsächlich den Bahnhof in Hosena, wie der Vergleich mit Bildern des Bahnhofs zeigt. Ein Sprecher des Territorialen Führungskommandos der Bundeswehr
bestätigte der DW auf Anfrage, dass es sich bei dem gezeigten Panzer-Zug nicht um eine verfrühte Lieferung an die Ukraine handelt, sondern um einen routinemäßigen Austausch von Truppen und Material einer NATO-Mission in Litauen. „Die gesichteten Bahntransporte deutscher Kampfpanzer vom Typ Leopard 2 sind einer Routinerotation deutscher, in Litauen stationierter Kräfte zuzuordnen. Die Kampfpanzer wurden im Rahmen der enhanced Forward Presence Battlegroup in Litauen eingesetzt.“ Es gebe keinen Zusammenhang zu den geplanten Panzer-Lieferungen an die Ukraine. 

Für Roman Osadchuck ist es kein Zufall, dass sich solche Videos rund um die Entscheidung, Deutschlands Panzer an die Ukraine zu liefern, massenhaft verbreiten. Er forscht im Digital Forensic Research Lab des Think Tanks Atlantic Council zu russischen Propaganda-Narrativen und Desinformations-Techniken. „Aus russischer Perspektive kann die Verbreitung solcher Inhalte dem Ziel dienen, dass man damit verdeutlicht, dass Europa sich bereit macht, Russland zu attackieren. Nach dem Motto: Sie machen sich bereit. Deswegen müssen wir noch mehr mobilisieren“, so Osadchuk. Anderen Nutzern könnte es mit der Verbreitung solcher Inhalte auch schlicht um Aufmerksamkeit, also Likes, Shares und ähnliches gehen, glaubt Osadchuk, der dieses Phänomen bereits seit Kriegsbeginn beobachtet. 

Fazit: Beide Videos zeigen keine verfrühte Lieferung von deutschen Leopard-2-Panzern, noch bevor die Entscheidung der Bundesregierung dazu verkündet wurde. In einem Fall handelt es sich um einen Transport von Panzern zu einer Übung in Deutschland, im anderen Fall um einen Transport von Panzern zu einer NATO-Mission in Litauen. Keiner der Waffentransporte steht im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg.

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