Uncategorized

Ukraine aktuell: Der „Panzer-Doppelwumms“

Der ukrainische Vize-Außenminister Melnyk bezeichnet die Lieferung von Leopard-Kampfpanzern als „historisch“. Präsident Selenskyj äußert sich dazu noch verhalten. Unser täglicher Überblick.

 

Der ukrainische Vize-Außenminister Andrij Melnyk hat die deutsche Entscheidung für die Lieferung von Leopard-Kampfpanzern als historisch gewürdigt. Auch wenn sie mit Verspätung erfolge, sei sie „ohne jeden Zweifel ein wahrer Durchbruch sowie ein „Gamechanger für die Ukraine auf dem Schlachtfeld„, sagte Melnyk der Deutschen Presse-Agentur (dpa). „Das wird in die Geschichte eingehen.“

 

Dass Bundeskanzler Olaf Scholz scheinbar sogar dabei geholfen habe, die USA von der Lieferung ihrer M1-Abrams-Panzer zu überzeugen, sei sogar „ein Panzer-Doppelwumms“, sagte Melnyk. Nach Berichten mehrerer US-Medien will die Regierung von US-Präsident Joe Biden bereits an diesem Mittwoch die Lieferung „einer größeren Anzahl“ der M1 Abrams bestätigen.

Das Wichtigste in Kürze:

Präsident Wolodymyr Selenskyj hat bislang zurückhaltend auf Berichte über die Zusage von Kampfpanzen aus deutscher Produktion reagiert. „Die Diskussionen müssen mit Entscheidungen enden“, sagte er in seiner täglichen Videoansprache. „Unsere Alliierten kennen die Zahl der Panzer, die wir brauchen.“ Es gehe nicht um fünf oder zehn oder fünfzehn Panzer. „Der Bedarf ist größer.“

In Berlin wird erwartet, dass die Bundesregierung an diesem Mittwoch die Lieferung von Leopard-Kampfpanzer in die Ukraine verkündet – und das auch anderen Ländern erlaubt. Nach Medienberichten soll mindestens eine ukrainische Kompanie mit der Version Leopard 2A6 aus Beständen der Bundeswehr ausgestattet werden. Dafür wären 14 der Waffensysteme nötig. Zuvor hatte bereits Polen angekündigt, der Ukraine eine Kompanie Leopard-Panzer liefern zu wollen. Auch Finnland und weitere Länder sind dazu bereit.

Die Entlassung hochrangiger ukrainischer Regierungsvertreter im Zuge eines mutmaßlichen Korruptionsskandals in der Armee hat Präsident Selenskyj als „notwendig“ verteidigt. „Wir brauchen einen starken Staat“, sagte er in seiner täglichen Videoansprache. Die Entlassungen seien „notwendig für unsere Verteidigung – und es hilft unserer Annäherung an die europäischen Institutionen“.

 „Alle internen Probleme, welche die Stärkung des Staates verhindern, werden gerade geregelt – und sie werden auch künftig geregelt“, sagte der Präsident weiter. Am Dienstag waren infolge eines mutmaßlichen Korruptionsskandals in der ukrainischen Armee mehrere Vize-Minister, Gouverneure und hochrangige Beamte zurückgetreten oder entlassen worden.

Eine Parlamentskommission in Bern will es anderen Ländern künftig ermöglichen, Waffen aus der Schweiz an die Ukraine weiterzugeben. Unter Berufung auf ihre strikte Neutralität hat sich die Schweiz bisher geweigert, Ländern die Lieferung von Schweizer Waffen aus ihrem Besitz an die Ukraine zu erlauben.

Mit 14 zu 11 Stimmen beschloss die Kommission nun eine Initiative, wonach die Schweiz auf die sogenannte Nichtwiederausfuhr-Erklärung verzichten soll, wenn die Wiederausfuhr des Kriegsmaterials in die Ukraine im Zusammenhang mit dem russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine erfolgt. Geht es nach der Kommission, soll die Gesetzesänderung rasch in Kraft treten und bis Ende 2025 befristet sein.

Bei einem Hilfseinsatz in der Ukraine sind nach Angaben der Familien zwei britische Staatsangehörige ums Leben gekommen. Die beiden Männer im Alter von 28 und 48 Jahren wurden seit mehr als zwei Wochen vermisst. Sie waren als zivile Hilfskräfte ins Kriegsgebiet gereist und wurden beim Versuch einer Evakuierung aus der Stadt Soledar getötet.

Nach Angaben der Eltern wurde das Auto der Männer von Artillerie getroffen, als sie eine ältere Frau in Sicherheit bringen wollten. Vor rund zwei Wochen hatte die russische Söldnergruppe Wagner behauptet, die Leiche eines vermissten Briten samt Ausweis sowie die Dokumente eines zweiten britischen Staatsbürgers gefunden zu haben.

rb/cw (AFP, AP, dpa, epd, KNA, Reuters)

Dieser Artikel wird am Tag seines Erscheinens fortlaufend aktualisiert. Meldungen aus den Kampfgebieten lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Der ukrainische Vize-Außenminister Andrij Melnyk, damals noch Botschafter der Ukraine in Deutschland, bei einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur
Der Präsident der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj

 

Der ukrainische Vize-Außenminister Andrij Melnyk hat die deutsche Entscheidung für die Lieferung von Leopard-Kampfpanzern als historisch gewürdigt. Auch wenn sie mit Verspätung erfolge, sei sie „ohne jeden Zweifel ein wahrer Durchbruch sowie ein „Gamechanger für die Ukraine auf dem Schlachtfeld„, sagte Melnyk der Deutschen Presse-Agentur (dpa). „Das wird in die Geschichte eingehen.“

Das Wichtigste in Kürze:

Dass Bundeskanzler Olaf Scholz scheinbar sogar dabei geholfen habe, die USA von der Lieferung ihrer M1-Abrams-Panzer zu überzeugen, sei sogar „ein Panzer-Doppelwumms“, sagte Melnyk. Nach Berichten mehrerer US-Medien will die Regierung von US-Präsident Joe Biden bereits an diesem Mittwoch die Lieferung „einer größeren Anzahl“ der M1 Abrams bestätigen.

Präsident Wolodymyr Selenskyj hat bislang zurückhaltend auf Berichte über die Zusage von Kampfpanzen aus deutscher Produktion reagiert. „Die Diskussionen müssen mit Entscheidungen enden“, sagte er in seiner täglichen Videoansprache. „Unsere Alliierten kennen die Zahl der Panzer, die wir brauchen.“ Es gehe nicht um fünf oder zehn oder fünfzehn Panzer. „Der Bedarf ist größer.“

In Berlin wird erwartet, dass die Bundesregierung an diesem Mittwoch die Lieferung von Leopard-Kampfpanzer in die Ukraine verkündet – und das auch anderen Ländern erlaubt. Nach Medienberichten soll mindestens eine ukrainische Kompanie mit der Version Leopard 2A6 aus Beständen der Bundeswehr ausgestattet werden. Dafür wären 14 der Waffensysteme nötig. Zuvor hatte bereits Polen angekündigt, der Ukraine eine Kompanie Leopard-Panzer liefern zu wollen. Auch Finnland und weitere Länder sind dazu bereit.

Die Entlassung hochrangiger ukrainischer Regierungsvertreter im Zuge eines mutmaßlichen Korruptionsskandals in der Armee hat Präsident Selenskyj als „notwendig“ verteidigt. „Wir brauchen einen starken Staat“, sagte er in seiner täglichen Videoansprache. Die Entlassungen seien „notwendig für unsere Verteidigung – und es hilft unserer Annäherung an die europäischen Institutionen“.

Selenskyj fordert Entscheidungen in Panzer-Debatte

 „Alle internen Probleme, welche die Stärkung des Staates verhindern, werden gerade geregelt – und sie werden auch künftig geregelt“, sagte der Präsident weiter. Am Dienstag waren infolge eines mutmaßlichen Korruptionsskandals in der ukrainischen Armee mehrere Vize-Minister, Gouverneure und hochrangige Beamte zurückgetreten oder entlassen worden.

„Entlassungen im Korruptionsskandals sind notwendig“

Eine Parlamentskommission in Bern will es anderen Ländern künftig ermöglichen, Waffen aus der Schweiz an die Ukraine weiterzugeben. Unter Berufung auf ihre strikte Neutralität hat sich die Schweiz bisher geweigert, Ländern die Lieferung von Schweizer Waffen aus ihrem Besitz an die Ukraine zu erlauben.

Mit 14 zu 11 Stimmen beschloss die Kommission nun eine Initiative, wonach die Schweiz auf die sogenannte Nichtwiederausfuhr-Erklärung verzichten soll, wenn die Wiederausfuhr des Kriegsmaterials in die Ukraine im Zusammenhang mit dem russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine erfolgt. Geht es nach der Kommission, soll die Gesetzesänderung rasch in Kraft treten und bis Ende 2025 befristet sein.

Bei einem Hilfseinsatz in der Ukraine sind nach Angaben der Familien zwei britische Staatsangehörige ums Leben gekommen. Die beiden Männer im Alter von 28 und 48 Jahren wurden seit mehr als zwei Wochen vermisst. Sie waren als zivile Hilfskräfte ins Kriegsgebiet gereist und wurden beim Versuch einer Evakuierung aus der Stadt Soledar getötet.

Schweizer Abgeordnete wollen Waffenweitergabe an Kiew ermöglichen

Nach Angaben der Eltern wurde das Auto der Männer von Artillerie getroffen, als sie eine ältere Frau in Sicherheit bringen wollten. Vor rund zwei Wochen hatte die russische Söldnergruppe Wagner behauptet, die Leiche eines vermissten Briten samt Ausweis sowie die Dokumente eines zweiten britischen Staatsbürgers gefunden zu haben.

rb/cw (AFP, AP, dpa, epd, KNA, Reuters)

Zwei in der Ukraine vermisste Briten sind tot

Dieser Artikel wird am Tag seines Erscheinens fortlaufend aktualisiert. Meldungen aus den Kampfgebieten lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Nachrichten

Ähnliche Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"