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Ukraine aktuell: USA wollen laut Medien doch Abrams-Panzer liefern

Das “Wall Street Journal” berichtet, Präsident Biden neige dazu, nun doch Abrams in die Ukraine zu schicken. Der “Spiegel” meldet, Berlin habe schon entschieden, Leopard-Panzer an die Ukraine zu liefern. Ein Überblick.

 

Die Entscheidung über eine Lieferung von Leopard-Panzern in die Ukraine rückt näher: Zum einen will die Bundesregierung schnell über den Antrag Polens entscheiden, die Kampfpanzer an die Ukraine zu liefern. “Wir werden das Verfahren mit der gebotenen Dringlichkeit behandeln”, sagte ein Regierungssprecher am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters und bestätigte den Eingang der Anfrage.

 

Laut einem Bericht des “Spiegels” ist die Entscheidung über eine Lieferung Deutschlands bereits gefallen. Es gehe um mindestens eine Kompanie Leopard 2A6, meldet das Magazin ohne Angabe einer Quelle. Weitere Verbündete, unter anderem aus Skandinavien, wollten demnach ebenfalls Kampfpanzer vom Typ Leopard 2 an die Ukraine liefern, so der “Spiegel”.

Das Wichtigste in Kürze:

Zum anderen hieß es aus US-Regierungskreisen, dass die USA nun doch Abrams-Kampfpanzer in die Ukraine schicken könnten. Bundeskanzler Olaf Scholz hatte mehrfach betont, dass er unbedingt ein eng abgestimmtes transatlantisches Vorgehen bei der Lieferung einer neuen Waffengattung wie Kampfpanzer möchte.

Das “Wall Street Journal” berichtete unter Berufung auf US-Regierungsvertreter, die Regierung von Präsident Joe Biden neige inzwischen dazu, der Ukraine eine “bedeutende Zahl” von Abrams zu schicken.

Bislang hatte es die US-Regierung abgelehnt, Abrams-Panzer an die Ukraine zu liefern. Das Verteidigungsministerium in Washington argumentiert, der Kampfpanzer sei zu teuer, erfordere eine aufwändige Ausbildung, sei schwierig in der Wartung und verbrauche mit seinem Turbinenantrieb sehr viel Treibstoff.

Polen hat der deutschen Bundesregierung einen offiziellen Antrag zur Weitergabe von Leopard-Panzern an die Ukraine vorgelegt. Das teilte der polnische Verteidigungsminister Mariusz Blaszczak über Twitter mit. Polen erklärte, damit Kiew unterstützen zu wollen. Blaszczak rief Berlin dazu auf, sich “der Koalition von Ländern anzuschließen, die die Ukraine mit Leopard-2-Panzern unterstützen”. Die Leopard-Panzer in Polen stammen aus deutscher Produktion, weswegen eine Zustimmung der Bundesregierung für deren Weitergabe erforderlich ist.

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) erwartet einen raschen Beschluss der Bundesregierung im Hinblick auf die Lieferung von Leopard-Panzern an die Ukraine. “Ich rechne damit, dass in Kürze eine Entscheidung fällt”, sagte Pistorius nach einem Treffen mit NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg in Berlin. 

Stoltenberg nahm Deutschland im Panzer-Streit in Schutz. Unter den Verbündeten der Ukraine liefere Berlin die “umfangreichste militärische, finanzielle und humanitäre Unterstützung” für Kiew, sagte er. “Waffen aus Deutschland retten in der Ukraine Tag für Tag Leben.” Zur Frage nach der Lieferung von Leopard-Panzern sei er “zuversichtlich, dass wir bald eine Lösung haben werden”. 

Pistorius betonte, eine von ihm veranlasste Abfrage der Leopard-Bestände stehe “kurz vor dem Abschluss”. Die Bundesregierung wolle damit “Bestände und Potenziale” der Rüstungsindustrie sowie die Kompatibilität der Leopard-Panzer prüfen.

Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn hat den deutschen Bundeskanzler in der Panzer-Debatte in Schutz genommen. “Der Feind ist nicht Bundeskanzler Scholz, der Feind heißt Putin. Und darauf sollten wir uns konzentrieren”, sagte Asselborn im ZDF-Nachrichtenmagazin “heute-journal”.   

Zwar habe Olaf Scholz zu der von Kiew geforderten Lieferung von Leopard-Panzern noch nicht Nein gesagt, aber eben auch noch nicht Ja. Im Übrigen sei Deutschland in dieser Frage in der EU auch nicht so isoliert, wie es in deutschen Medien teilweise dargestellt werde, sagte Asselborn. Es gebe auch andere “große Länder und Grenzländer”, die zögerten, diesen Schritt zu machen.

Asselborn sprach von etwa 300 benötigten Panzern möglichst eines Typs. Und wenn man sich umschaue, sei eben nur ein Modell so massiv in Europa präsent. Es gebe 2000 Leopard-Panzer in Europa.

Der Rüstungskonzern Rheinmetall könnte der Ukraine nach Angaben eines Sprechers insgesamt 139 Leopard-Panzer der Typen 1 und 2 liefern. 29 Leopard 2A4 könnten bereits im April oder Mai dieses Jahres bereitstehen, sagte ein Unternehmenssprecher dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Vom Leopard 1 könne Rheinmetall 88 Fahrzeuge “verfügbar machen”.

Zudem verfüge der Konzern noch über 22 weitere Leopard 2A4, deren Instandsetzung ein knappes Jahr dauern würde, so dass sie Ende 2023 oder Anfang 2024 ausgeliefert werden könnten, fügte der Sprecher hinzu.

Die ukrainische Regierung hat dem Rücktritt mehrerer Gouverneure zugestimmt und vier Vizeminister entlassen, wie ein Regierungsvertreter im Nachrichtendienst Telegram mitteilte. Nach Angaben von Taras Melnytschuk, Vertreter der Regierung im Parlament, handelt es sich um die Gouverneure der zentralen Region Dnipropetrowsk, der südlichen Regionen Saporischschja und Cherson, der nordukrainischen Region Sumy und der Hauptstadt Kiew sowie um die Vizeminister für Verteidigung, Sozialpolitik und zwei stellvertretende Minister für regionale Entwicklung. Anlass ist der Verdacht, dass Teile der milliardenschweren Unterstützungsgelder aus dem Ausland zweckentfremdet wurden.

Der Entlassungswelle ging eine Reihe von Korruptionsskandalen um Schmiergelder, die Veruntreuung von Hilfsgeldern sowie das Zuschanzen von Bauaufträgen und Luxusreisen voraus. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj versucht offenbar mit einem Rundumschlag den Imageschaden zu minimieren.

Nach dem russischen Einmarsch wird der ukrainische Staatshaushalt gut zur Hälfte aus dem Ausland finanziert. Die Ukraine hat den Status eines EU-Beitrittskandidaten. Verbunden sind damit auch Auflagen bei der Korruptionsbekämpfung. Bereits vor dem Krieg galt die Ukraine als eines der korruptesten Länder Europas.

Die EU-Kommission forderte das Land zu weiteren Anstrengungen auf. Es müsse Garantien für Geldgeber geben, dass Mittel sinnvoll eingesetzt würden, so eine Sprecherin der Kommission in Brüssel. Die EU hatte der Ukraine erst jüngst ein weiteres Darlehen über drei Milliarden Euro ausgezahlt. Bis Ende des Jahres sollen weitere 15 Milliarden Euro fließen

In der Ukraine dauert der Kampf um den Donbass und den Süden des Landes an. “Beschuss und Angriffe des Feindes gibt es rund um die Uhr”, sagte Präsident Selenskyj in seiner abendlichen Ansprache. “Wir sehen, wie Russland seine Truppen konzentriert, aber wir wissen, wie wir darauf reagieren müssen.”

Mariusz Blaszczak I Polnischer Verteidigungsminister
Bundeskanzler Olaf Scholz spricht bei einem Truppenbesuch in Ostenholz vor einem Kampfpanzer des Typs Leopard 2
Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn bei einem NATO-Treffen in Berlin

 

Die Entscheidung über eine Lieferung von Leopard-Panzern in die Ukraine rückt näher: Zum einen will die Bundesregierung schnell über den Antrag Polens entscheiden, die Kampfpanzer an die Ukraine zu liefern. “Wir werden das Verfahren mit der gebotenen Dringlichkeit behandeln”, sagte ein Regierungssprecher am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters und bestätigte den Eingang der Anfrage.

Das Wichtigste in Kürze:

Laut einem Bericht des “Spiegels” ist die Entscheidung über eine Lieferung Deutschlands bereits gefallen. Es gehe um mindestens eine Kompanie Leopard 2A6, meldet das Magazin ohne Angabe einer Quelle. Weitere Verbündete, unter anderem aus Skandinavien, wollten demnach ebenfalls Kampfpanzer vom Typ Leopard 2 an die Ukraine liefern, so der “Spiegel”.

Zum anderen hieß es aus US-Regierungskreisen, dass die USA nun doch Abrams-Kampfpanzer in die Ukraine schicken könnten. Bundeskanzler Olaf Scholz hatte mehrfach betont, dass er unbedingt ein eng abgestimmtes transatlantisches Vorgehen bei der Lieferung einer neuen Waffengattung wie Kampfpanzer möchte.

Das “Wall Street Journal” berichtete unter Berufung auf US-Regierungsvertreter, die Regierung von Präsident Joe Biden neige inzwischen dazu, der Ukraine eine “bedeutende Zahl” von Abrams zu schicken.

Bislang hatte es die US-Regierung abgelehnt, Abrams-Panzer an die Ukraine zu liefern. Das Verteidigungsministerium in Washington argumentiert, der Kampfpanzer sei zu teuer, erfordere eine aufwändige Ausbildung, sei schwierig in der Wartung und verbrauche mit seinem Turbinenantrieb sehr viel Treibstoff.

USA prüfen Lieferung von Abrams-Kampfpanzern

Polen hat der deutschen Bundesregierung einen offiziellen Antrag zur Weitergabe von Leopard-Panzern an die Ukraine vorgelegt. Das teilte der polnische Verteidigungsminister Mariusz Blaszczak über Twitter mit. Polen erklärte, damit Kiew unterstützen zu wollen. Blaszczak rief Berlin dazu auf, sich “der Koalition von Ländern anzuschließen, die die Ukraine mit Leopard-2-Panzern unterstützen”. Die Leopard-Panzer in Polen stammen aus deutscher Produktion, weswegen eine Zustimmung der Bundesregierung für deren Weitergabe erforderlich ist.

Polen beantragt Genehmigung für Leopard-Lieferung

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) erwartet einen raschen Beschluss der Bundesregierung im Hinblick auf die Lieferung von Leopard-Panzern an die Ukraine. “Ich rechne damit, dass in Kürze eine Entscheidung fällt”, sagte Pistorius nach einem Treffen mit NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg in Berlin. 

Stoltenberg nahm Deutschland im Panzer-Streit in Schutz. Unter den Verbündeten der Ukraine liefere Berlin die “umfangreichste militärische, finanzielle und humanitäre Unterstützung” für Kiew, sagte er. “Waffen aus Deutschland retten in der Ukraine Tag für Tag Leben.” Zur Frage nach der Lieferung von Leopard-Panzern sei er “zuversichtlich, dass wir bald eine Lösung haben werden”. 

Pistorius betonte, eine von ihm veranlasste Abfrage der Leopard-Bestände stehe “kurz vor dem Abschluss”. Die Bundesregierung wolle damit “Bestände und Potenziale” der Rüstungsindustrie sowie die Kompatibilität der Leopard-Panzer prüfen.

Verteidigungsminister Pistorius: Entscheidung über Panzer-Lieferung wird “in Kürze” fallen

Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn hat den deutschen Bundeskanzler in der Panzer-Debatte in Schutz genommen. “Der Feind ist nicht Bundeskanzler Scholz, der Feind heißt Putin. Und darauf sollten wir uns konzentrieren”, sagte Asselborn im ZDF-Nachrichtenmagazin “heute-journal”.   

Zwar habe Olaf Scholz zu der von Kiew geforderten Lieferung von Leopard-Panzern noch nicht Nein gesagt, aber eben auch noch nicht Ja. Im Übrigen sei Deutschland in dieser Frage in der EU auch nicht so isoliert, wie es in deutschen Medien teilweise dargestellt werde, sagte Asselborn. Es gebe auch andere “große Länder und Grenzländer”, die zögerten, diesen Schritt zu machen.

 “Der Feind ist nicht Scholz, sondern Putin”

Asselborn sprach von etwa 300 benötigten Panzern möglichst eines Typs. Und wenn man sich umschaue, sei eben nur ein Modell so massiv in Europa präsent. Es gebe 2000 Leopard-Panzer in Europa.

Rheinmetall könnte 139 Leopard-Panzer liefern – nach und nach

Der Rüstungskonzern Rheinmetall könnte der Ukraine nach Angaben eines Sprechers insgesamt 139 Leopard-Panzer der Typen 1 und 2 liefern. 29 Leopard 2A4 könnten bereits im April oder Mai dieses Jahres bereitstehen, sagte ein Unternehmenssprecher dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Vom Leopard 1 könne Rheinmetall 88 Fahrzeuge “verfügbar machen”.

Zudem verfüge der Konzern noch über 22 weitere Leopard 2A4, deren Instandsetzung ein knappes Jahr dauern würde, so dass sie Ende 2023 oder Anfang 2024 ausgeliefert werden könnten, fügte der Sprecher hinzu.

Die ukrainische Regierung hat dem Rücktritt mehrerer Gouverneure zugestimmt und vier Vizeminister entlassen, wie ein Regierungsvertreter im Nachrichtendienst Telegram mitteilte. Nach Angaben von Taras Melnytschuk, Vertreter der Regierung im Parlament, handelt es sich um die Gouverneure der zentralen Region Dnipropetrowsk, der südlichen Regionen Saporischschja und Cherson, der nordukrainischen Region Sumy und der Hauptstadt Kiew sowie um die Vizeminister für Verteidigung, Sozialpolitik und zwei stellvertretende Minister für regionale Entwicklung. Anlass ist der Verdacht, dass Teile der milliardenschweren Unterstützungsgelder aus dem Ausland zweckentfremdet wurden.

Der Entlassungswelle ging eine Reihe von Korruptionsskandalen um Schmiergelder, die Veruntreuung von Hilfsgeldern sowie das Zuschanzen von Bauaufträgen und Luxusreisen voraus. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj versucht offenbar mit einem Rundumschlag den Imageschaden zu minimieren.

Nach dem russischen Einmarsch wird der ukrainische Staatshaushalt gut zur Hälfte aus dem Ausland finanziert. Die Ukraine hat den Status eines EU-Beitrittskandidaten. Verbunden sind damit auch Auflagen bei der Korruptionsbekämpfung. Bereits vor dem Krieg galt die Ukraine als eines der korruptesten Länder Europas.

Die EU-Kommission forderte das Land zu weiteren Anstrengungen auf. Es müsse Garantien für Geldgeber geben, dass Mittel sinnvoll eingesetzt würden, so eine Sprecherin der Kommission in Brüssel. Die EU hatte der Ukraine erst jüngst ein weiteres Darlehen über drei Milliarden Euro ausgezahlt. Bis Ende des Jahres sollen weitere 15 Milliarden Euro fließen

In der Ukraine dauert der Kampf um den Donbass und den Süden des Landes an. “Beschuss und Angriffe des Feindes gibt es rund um die Uhr”, sagte Präsident Selenskyj in seiner abendlichen Ansprache. “Wir sehen, wie Russland seine Truppen konzentriert, aber wir wissen, wie wir darauf reagieren müssen.”

Rückblickend auf die vergangenen elf Monate spricht Selenskyj von einem “räuberischen umfassenden Kriegs Russlands”. Es habe in den ukrainischen Gebieten, die vorübergehend von russischen Truppen besetzt waren, überall Plünderungen gegeben, sagte Selenskyj. “Alles, was sie nicht zerstören, stehlen sie und bringen es nach Russland. Alles.” Auch zwei Millionen Ukrainer seien bereits nach Russland deportiert worden.

Im Ukraine-Krieg wird jeden zweiten Tag seit Schuljahresbeginn eine Schule zerstört. Darauf weist die Hilfsorganisation Save the Children am Internationalen Tag der Bildung hin. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine seien 3025 Bildungseinrichtungen bombardiert und beschossen worden, heißt es unter Berufung auf ukrainische Zahlen.

Im Ukraine-Krieg wird jeden zweiten Tag seit Schuljahresbeginn eine Schule zerstört. Darauf weist die Hilfsorganisation Save the Children am Internationalen Tag der Bildung hin. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine seien 3025 Bildungseinrichtungen bombardiert und beschossen worden, heißt es unter Berufung auf ukrainische Zahlen.

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